Fahrsilo, Rundballensilage & Co. – Die besten Siliermethoden
Wenn Sie Ihren Betrieb mit hochwertigem, nährstoffreichem Futter versorgen möchten, ist die richtige Silierung unerlässlich. Ob Sie Gras, Mais oder Futterraps silieren – die Wahl der Methode und der richtigen Technik hat direkten Einfluss auf die Qualität des Futters. In diesem Beitrag erfahren Sie, welche Siliermethoden sich für Ihren Hof am besten eignen und welche Geräte Sie für das Silieren in der Landwirtschaft benötigen.
Silieren Bedeutung: Was genau versteht man unter Silieren?
Silieren ist ein Konservierungsverfahren für Futterpflanzen, das durch Gärung unter Luftabschluss erfolgt. Dabei werden Gras, Mais oder andere Pflanzen in einer luftdichten Umgebung gelagert, wodurch die Milchsäuregärung in Gang gesetzt wird. Diese senkt den pH-Wert und sorgt dafür, dass das Futter über einen längeren Zeitraum haltbar bleibt, ohne seine Nährstoffe zu verlieren.
Durch das richtige Silieren können Sie eine gleichmäßige Futterversorgung für Ihre Tiere über das ganze Jahr hinweg sicherstellen. Doch welche Methode eignet sich am besten für Ihren Betrieb?
Rundballensilage oder Fahrsilo: Diese Möglichkeiten gibt es
Grundsätzlich haben Sie zwei gängige Verfahren zur Wahl:
- Rundballensilage
Bei der Rundballensilage wird das Gras oder andere Futterpflanzen mit einem Mäher wie z. B. einem Kreiselmäher geschnitten und anschließend zu Rundballen gepresst. Anschließend werden die Ballen in einem Ballenwickler mit einer Folie luftdicht umwickelt, um die Gärung in Gang zu setzen. Mit einer Ballenzange werden die Ballen anschließend auf einen Anhänger geladen und in die Scheune gebracht, wo sie gestapelt und eingelagert werden. Mit stationären Rundballenwicklern mit Funkbedienung kann auch direkt auf dem Hof gewickelt werden. Da der gewickelte Ballen nur 1x angefasst und direkt an den Lagerplatz gefahren wird, gibt es weniger Folienbeschädigungen. Diese Silage-Methode ist besonders für kleinere Betriebe geeignet, da sie weniger Platz benötigt und flexibel einsetzbar ist.
- Fahrsilo
Haben Sie einen größeren landwirtschaftlichen Betrieb und müssen große Mengen an Silage effizient lagern, lohnt sich ein Fahrsilo. Hier wird das Futter direkt nach der Ernte in einem Silobunker oder auf einer Siloplatte gelagert und mit einem schweren Fahrzeug verdichtet. Anschließend wird es mit einer Folie abgedeckt, um die Luftzufuhr zu stoppen.
Es gibt auch noch weitere Silo-Arten, wie das Erdsilo/Grubensilo oder das Schlauchsilo, die eingeschränkt für die Lagerung von Silage geeignet sind. Allerdings ist das Schlauchsilo anfälliger für Beschädigungen durch Tiere, während das Grubensilo ein erhöhtes Risiko für Schimmel und Feuchtigkeit aufweist.
Diese Vorteile versprechen die einzelnen Methoden
Am häufigsten werden deshalb das Fahrsilo und die Rundballensilage genutzt, um Futter zu silieren. Beide Siliermethoden haben ihre spezifischen Vorzüge.
Vorteile der Rundballensilage:
- Flexibel in der Lagerung – Ballen können bei Bedarf transportiert und verfüttert werden.
- Ideal für kleinere Betriebe oder wenn verschiedene Futtermischungen benötigt werden.
- Geringes Risiko von Fehlgärungen, da jeder Ballen einzeln versiegelt ist.
Vorteile des Fahrsilos:
- Besonders wirtschaftlich für große Futtermengen.
- Gleichmäßige Futterqualität, da das gesamte Silo homogen gelagert wird.
- Einfacheres Handling, wenn große Mengen an Futter gleichzeitig benötigt werden.
Welche Methode eignet sich für Gras, Mais und Futterraps?
Gras silieren
Gras ist eine der am häufigsten genutzten Futterpflanzen für die Silage und zeichnet sich durch einen hohen Rohfasergehalt aus, der für eine gesunde Verdauung der Tiere wichtig ist. Um eine optimale Silagequalität zu erreichen, sollten Sie das Gras zum richtigen Zeitpunkt – idealerweise im frühen Stadium der Blüte – ernten.
Nach dem Mähen wird es angetrocknet, um den Trockensubstanzgehalt zu erhöhen, bevor es entweder als Rundballensilage verarbeitet oder in einem Fahrsilo eingelagert wird. Eine gewissenhafte Verdichtung ist entscheidend, um Lufteinschlüsse zu vermeiden und eine stabile Gärung zu gewährleisten. Besonders wichtig ist zudem eine zügige Abdeckung oder Wicklung der Silage, um Nährstoffverluste und Fehlgärungen zu verhindern.
Mais silieren
Mais ist eine der beliebtesten Pflanzen für die Silage, da er einen hohen Energiegehalt bietet und sich gut lagern lässt. Besonders bei hohem Zuckergehalt sorgt Mais für eine stabile Silierung mit guter Futterqualität. Nach der Ernte wird der Mais gehäckselt und in einem Fahrsilo oder als Rundballensilage konserviert. Wichtig beim Silieren von Mais ist eine sorgfältige Verdichtung, um Lufteinschlüsse zu vermeiden und eine gleichmäßige Gärung zu gewährleisten.
Futterraps silieren
Futterraps ist eine eiweißreiche Alternative zu Gras- oder Maissilage. Besonders in Mischrationen kann Futterraps eine wichtige Ergänzung sein, um die Eiweißversorgung zu verbessern. Für die Silage von Raps wird dieser kurz vor der Blüte geerntet, um den optimalen Futterwert zu erhalten. Nach dem Mähen wird er entweder direkt als Rundballensilage verarbeitet oder in einem Fahrsilo eingelagert.
Sowohl Raps, Gras als auch Mais sind also für beide Methoden der Silage geeignet. Wofür Sie sich entscheiden, hängt von Ihrer Betriebsgröße, Ihren Lagermöglichkeiten und den benötigten Futtermengen ab.
Diese Geräte können zum Silieren verwendet werden
Damit die Silierung optimal gelingt, benötigen Sie die passenden Maschinen. Hier einige Geräte, die Ihnen die Arbeit erleichtern:
- Ballenwickler: Ein Ballenwickler wickelt Rundballen luftdicht mit Folie ein, sodass die Futtermittel gleichmäßig gären können. Er ist also wichtig für die Herstellung hochwertiger Rundballensilage.
- Ballenzangen: Mit Ballenzangen können Sie Silageballen schonend bewegen und stapeln, ohne die Folie zu beschädigen. Dies sorgt für eine einfache Lagerung und Transport der Silage.
- Kreiselmäher: Mit einem Kreiselmäher können Sie das Siliergut optimal vorbereiten, denn er sorgt für einen schnellen, sauberen Schnitt.
Doch nicht nur für das Ernten und Verarbeiten des Silierguts werden Geräte benötigt. Die Voraussetzungen für hochwertiges siliertes Futter werden bereits im Vorfeld gelegt, indem die Bodenqualität durch gezielte Maßnahmen verbessert wird. Ein Sichelmulcher hilft dabei, Futterreste auf den Feldern zu zerkleinern und die Bodenstruktur zu optimieren, während handgeführte Schlegelmulcher insbesondere auf kleineren Flächen oder in schwer zugänglichen Bereichen für eine gleichmäßige Bearbeitung sorgen. Zusätzlich unterstützt ein Düngerstreuer die gleichmäßige Verteilung von Nährstoffen, sodass die Silagepflanzen optimal versorgt und widerstandsfähiger gegen Witterungseinflüsse werden.
Die richtige Lagerung für Ihre Silage
Die richtige Lagerung ist entscheidend für die Haltbarkeit und Nährstoffqualität der Silage. Je nach Siliermethode gibt es unterschiedliche Anforderungen an die Lagerbedingungen:
- Rundballensilage: Die Ballen sollten Sie auf einer ebenen, trockenen Fläche lagern, idealerweise auf Paletten oder Drainagematten, um Feuchtigkeit von unten zu vermeiden. Direkte Sonneneinstrahlung kann die Folie beschädigen, daher ist eine Lagerung in einer Scheune oder unter einer Plane empfehlenswert.
- Fahrsilo: Das Fahrsilo sollten Sie an einem gut belüfteten Standort errichten, damit sich keine Feuchtigkeit staut. Ein stabiler Untergrund aus Beton oder Asphalt hilft, Sickersäfte richtig abzuleiten. Zudem müssen Sie darauf achten, dass die Silofolie der Siloanlage intakt bleibt und keine Schäden durch Tiere oder Witterung entstehen.
FAQ: Alles, was Sie zu Siliermethoden wissen sollten
Wie lange ist Silage haltbar?
Die Haltbarkeit der Silage hängt von der Lagerung und der ursprünglichen Futterqualität ab:
- Rundballensilage: Bei luftdichter Lagerung und unbeschädigter Folie bleibt sie mindestens 12 bis 18 Monate
- Fahrsilo: Gut verdichtete und sauber abgedeckte Silage kann bis zu zwei Jahre gelagert werden, sofern regelmäßig entnommen und die Oberfläche sauber gehalten wird.
- Nach Öffnung: Geöffnete Silage sollte innerhalb von ein bis zwei Wochen verbraucht werden, um Qualitätsverluste durch Nachgärungen zu vermeiden.
Was ist eine Fahrsiloanlage?
Eine Fahrsiloanlage ist eine speziell konzipierte Lager- und Verdichtungseinrichtung für Silage. Sie besteht aus:
- Silo-Bodenplatte und Silowände aus Beton, die das Futter vor Umwelteinflüssen schützen.
- Entwässerungssystemen, um Sickersäfte abzuleiten und Umweltauflagen zu erfüllen.
- Abdeckungssystemen, um eine luftdichte Lagerung zu gewährleisten.
Solche Anlagen sind besonders auf größeren landwirtschaftlichen Betrieben zu finden, wo große Mengen an Futter gelagert und konserviert werden müssen. Die Kosten für ein Fahrsilo hängen von verschiedenen Faktoren ab, darunter Größe, Bauweise und Ausstattung.
Wie groß muss ein Fahrsilo sein?
Die Größe eines Fahrsilos hängt von mehreren Faktoren ab:
- Anzahl der Tiere: Je mehr Tiere Sie versorgen müssen, desto größer sollte das Silo sein.
- Futterverbrauch: Pro Kuh werden durchschnittlich 50 kg Silage pro Tag benötigt.
- Lagerdauer: Ein Silo sollte die benötigte Menge für mehrere Monate fassen können.
- Entnahmemenge: Damit die Qualität der Silage erhalten bleibt, sollten mindestens 1,5–2 Meter pro Woche abgetragen werden.
Eine Faustregel besagt:
Für 100 Milchkühe benötigen Sie etwa 40–50 m Länge, 10–12 m Breite und 2,5–3 m Höhe.
Für kleinere Betriebe reichen Fahrsilos mit 20–30 m Länge und 6–8 m Breite.
Was kommt in ein Fahrsilo?
Ein Fahrsilo wird hauptsächlich zur Lagerung von silierfähigem Futter verwendet. Dazu gehören:
- Gras- oder Maissilage – Die häufigste Nutzung in der Rinder- und Milchviehhaltung.
- Futterraps – Eine eiweißreiche Alternative zu Gras- oder Maissilage.
- Luzerne, Klee oder Leguminosen – Besonders für Betriebe, die alternative Futterquellen nutzen.
- Getreide-Ganzpflanzensilage – Häufig in Betrieben mit intensiver Fütterung.
Welchen Beton benötigt man für ein Fahrsilo?
Für den Bau eines Fahrsilos wird in der Regel hochfester, säurebeständiger Beton verwendet, da Silagesäfte eine hohe Säurekonzentration aufweisen und herkömmlichen Beton angreifen können. Die wichtigsten Anforderungen:
- Betonqualität C30/37 oder höher für hohe Belastbarkeit.
- Säureresistenter Beton mit Zusatzstoffen zum Schutz vor Silagesickersäften.
- Rutschfeste Oberfläche, um sicheres Befahren mit Traktoren und Radladern zu ermöglichen.
- Frost- und tausalzbeständig, damit der Beton langfristig haltbar bleibt.
Ist ein Fahrsilo genehmigungsfrei?
Nein, in den meisten Fällen ist der Bau eines Fahrsilos genehmigungspflichtig. Ob Sie eine Baugenehmigung benötigen, hängt von folgenden Faktoren ab:
- Größe und Standort: Kleinere Fahrsilos können je nach Bundesland genehmigungsfrei sein.
- Umweltschutzauflagen: Sickersäfte müssen fachgerecht abgeleitet werden, um das Grundwasser nicht zu gefährden.
- Abstand zu Nachbarn und Gewässern: Oft gibt es Mindestabstände, die eingehalten werden müssen.
Tipp: Bevor Sie mit dem Fahrsilo-Bau beginnen, sollten Sie sich bei der zuständigen Bau- oder Landwirtschaftsbehörde erkundigen, welche Vorschriften für Ihren Standort gelten.